Caputh – Presseblog

Das scheibt die Presse über Caputh

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Mehr Geld für Sozialarbeit an Schulen

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(PNN)

BauenNeue Pläne in Caputh Mitte / Bürger kaufen alte Gärtnerei für Ortsentwicklung

Potsdam-Mittelmark – Der Landkreis Potsdam-Mittelmark will die Zuschüsse für Sozialarbeiter an mittelmärkischen Grundschulen erhöhen. Dafür sollen knapp 70 000 Euro zusätzlich in diesem Jahr ausgegeben werden. „Wir haben in den Schulen nach dem Bedarf gefragt und offensichtlich ist der vorhanden“, begründete Jugendamtsleiter Bodo Rudolph. Laut aktuellem Jugendförderplan des Kreises sollen dafür halbe Stellen an den Grundschulen in Belzig, Borkheide, Pritzerbe sowie an den Grundschulen in Caputh und Geltow und der Diesterweg-Grundschule in Beelitz geschaffen werden. Darüber hinaus werden aber auch die offene und die mobile Sozialarbeit in den Gemeinden sowie die Sozialarbeit an Schulen und an Förderschulen weiterhin vom Landkreis gefördert – zumeist in Kooperation mit Land und Kommune. Insgesamt ist ein Zuschuss-Budget des Landkreises in Gesamthöhe von knapp 800 000 Euro geplant.

Der Ausschuss für Innere Verwaltung hat sich auf seiner jüngsten Sitzung für den Entwurf ausgesprochen. Beschlossen werden soll der Jugendförderplan im Zuge des Haushaltsbeschlusses im Sommer. Thomas Lähns

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6. Februar 2010 at 2:02 PM

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Abschied vom Netto im Blütenviertel

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(PNN)

Geschickter Schachzug: Blütenviertel GbR ist jetzt Miteigentümer der Caputher Gewächshausbrache

Schwielowsee – Netto ade: Aus der Gewächshausbrache mitten in Caputh könnte nun doch noch eine innovative Ökosiedlung, ein „Blütenviertel“ werden. Die Blütenviertel GbR ist jetzt Miteigentümer des Areals. Der potenzielle Investor, die Concept Immobilien GmbH aus Hamburg, hat mit gut zweieinhalb Jahren vielleicht zu lange mit dem Erwerb gewartet: Die Concept-Pläne für einen Lebensmittel-Discounter dürften der Vergangenheit angehören, auch der Neubau einer klassischen Eigenheim-Anlage ist dank neuem Verhandlungspartner in weite Ferne gerückt: Eine Zahlungsfrist zwischen den beiden Eigentümern des fünf Hektar großen Areals, der bundeseigenen Bodenverwaltungs- und -verwertungs GmbH (BVVG) und der Potsdamer Blumen e.G., war zum Jahreswechsel nach dreifacher Verlängerung abgelaufen – mit bitteren Folgen für die Hanseaten.

Im Zuge der Ausschreibung hatte die BVVG zugesagt, die Fläche bis 31. Dezember 2009 verkauft zu haben und die Genossenschaft auszuzahlen. „Ich glaube nicht mehr, dass die Concept Immobilien tatsächlich kaufen will“, sagte Potsdamer-Blumen-Geschäftsführerin Katrin Jeschonek gestern auf Anfrage. Auch das Vertrauen in die BVVG sei mit den Jahren gesunken. Die Genossenschaft habe deshalb ihren Grundstücksanteil, nämlich die komplette Gebäudesubstanz, an einen „Bürgerfonds“ der Caputher Blütenviertel GbR verkauft, die seit einem dreiviertel Jahr eine städtebaulich ansprechendere und ökologisch orientierte Lösung für das Areal in Schlossnähe fordert.

„Der Planungshorizont ist wieder völlig offen“, sagte Blütenviertel-Geschäftsführer Andreas von Zadow. „Wir können nun zusammen mit Fachleuten und Interessenten aus dem Ort für eine qualitätsvolle Stadtentwicklung in der sensiblen Ortsmitte kämpfen.“ Die Blütenviertel GbR wolle als Entwicklungsträger tätig werden. Im ersten Schritt sollen Investoren gesucht werden – für ansprechende Häuser, eine Kita, Praxen oder kleine Läden, die ins Zentrum passen. Die Fläche soll mithilfe einer Bürgerfonds KG gekauft und in einer Perspektivwerkstatt entwickelt werden, an der sich die Caputher beteiligen können. Von Zadow geht davon aus, dass die BVVG den Kaufpreis korrigiert, sobald ein Bebauungsplan vorliegt. „Nur durch den Preispoker kam es dazu, dass ein Investor gleich neben dem Schloss ein überdimensioniertes Einzelhandelszentrum plante.“

Erst im Herbst hatten die Hamburger Investoren – nach massivem Druck aus dem Rathaus – Pläne für einen Netto-Discounter vorgestellt, mit dem im Frühjahr endlich der „Startschuss“ für das Baugebiet fallen sollte. Später sollten mit einer Drogerie, einer Sparkasse, einem Getränkemarkt und einem Textildiscounter weitere Geschäfte an der Straße der Einheit folgen, das Hinterland sollte für Einfamilienhäuser parzelliert werden. Die Blütenviertel GbR hatte die Pläne als „phantasielos“ gegeißelt, jetzt hält sie einen wichtigen Trumpf in der Hand.

Bürgermeisterin Kerstin Hoppe zeigte sich geschockt von der Entwicklung: „Wir stehen wieder ganz am Anfang.“ Sie appellierte an die BVVG und die Blütenviertel GbR, die Entwicklung der Brache jetzt nicht gegenseitig zu blockieren. Die BVVG konnte sich gestern dazu nicht äußern. Ins Gerede war das verlassene Areal gekommen, als hier vor fünf Jahren die erste deutsche Euro-Fälscherwerkstatt ausgehoben wurde. Henry Klix

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28. Januar 2010 at 2:07 PM

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Mehr Urlauber am Schwielowsee

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(Potsdamer Neueste Nachrichten)
Dennoch gibt es Kritik an der Arbeit des Schwielowsee Tourismus e.V. (26.11.09)

Schwielowsee – Schwielowsee wird bei Urlaubern immer beliebter: Die Auslastung der Hotels, Pensionen, Campingplätze und Privatvermieter ist in diesem Jahr auf 61,3 Prozent gestiegen, 2008 lag sie bei 58,1 Prozent. Die Aufenthaltsdauer stieg von 2,8 auf 3 Tage. Diese vorläufigen Zahlen nannte Christoph Hoffmüller, Vorstandsmitglied im Schwielowsee Tourismus e.V., am Dienstagabend im Tourismusausschuss. „Die Bemühungen des Vereins und der Gemeinde tragen die ersten Früchte“, so Hoffmüller. Eine ähnliche Steigerung habe es im vorigen Jahr nicht gegeben. Die Vereinsstatistik klingt allerdings etwas optimistischer als die Landesstatistik, in der nur Beherbungsstätten mit über acht Betten erfasst werden: Dort betrug die Aufenthaltsdauer in Schwielowsee 2008 im Schnitt nur 2,2 Tage.

Im Fremdenverkehrsverein sind 9 Hotels, 8 Pensionen, 4 Campingplätze, 81 Privatvermieter und weitere Tourismuunternehmer organisiert. In seiner Jahresbilanz sprach Hoffmüller vom neuen Schwielowseeboten, den die Vermieter jetzt wöchentlich erhalten. Dort sind für die Gäste aktuelle Veranstaltungen und Aktivitäten aufgelistet. Demnächst geht der neue Internetauftritt online. Zudem war der Verein in diesem Jahr wieder auf zahlreichen Reisemessen präsent. Im nächsten Jahr sind Auftritte unter anderem in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt (Main) und erstmals in Stuttgart geplant.

Gemeindevertreter Dietrich Kalicki (Linke) zeigte sich verwundert, warum der Verein nicht auch in Dresden oder Leipzig um Gäste wirbt. Kalicki betrieb bis zur Wende ein Ferienobjekt und erinnerte daran, dass vor 1989 jährlich 30 000 Gäste nach Caputh kamen. „Leute aus Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt, die heute 35 Jahre alt sind, haben als Kind im Caputher Strandbad gespielt. Das sind Erinnerungen, die man wieder hochholen sollte.“ Gemeindevertreter Heinz Ofcscarik kommentierte trocken: „Die konnten damals ja auch nicht woanders hin.“ Christoph Hoffmüller betonte derweil, dass man in den vergangenen Jahren auch in ostdeutschen Städten gewesen sei. „Dort sind wir bekannt und müssen keine Reklame mehr machen.“

Kritisch wurden in der Sitzung die drei Informatoren diskutiert: An den im öffentlichen Raum aufgestellte Computerterminals können seit einigen Wochen rund um die Uhr Zimmer und touristische Leistungen gebucht werden. Die Gemeinde hatte die neue Technik mit 11 000 Euro bezuschusst, doch nur 28 touristische Anbieter sind dort gelistet. Die anderen scheuen die Nutzungsgebühr, die zwischen 80 und 180 Euro liegt. Gemeindevertreter Reinhard Gertner (BBS), der in Geltow ein Garni-Hotel betreibt, sprach von einem „gestrigen System“. „Die Leute wissen vorher wo sie hinwollen und buchen im Internet.“ Christoph Hoffmüller, der selbst Gästezimmer vermietet, widersprach: Er habe bereits mehrere Gäste über die Informatoren bekommen. „Einmal blieben Skandinavier auf der Durchreise für drei Tage.“ Henry Klix

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26. November 2009 at 11:24 AM

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Frühstück im Brauhaus

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(Potsdamer Neueste Nachrichten)

Baubeginn für Caputher Hotelprojekt am Schloss Caputh nächstes Jahr geplant (21.11.09)

Schwielowsee – Neben dem Kavalierhaus soll es im Schlosspark Caputh bald ein zweites kleines Hotel geben: Im Brauhaus am Caputher Schloss sollen im kommenden Jahr die Bauarbeiten für ein Garni-Hotel beginnen. Das kündigte der beauftragte Architekt Eberhard Hummel gestern an. Der Bauantrag sei bereits vor einem Jahr gestellt worden, inzwischen sei man sich mit Bauaufsicht und Denkmalpflege weitgehend einig. Einige Unterlagen seien noch nachzureichen. „Ich hoffe, dass wir im Frühjahr die Baugenehmigung bekommen“, so Hummel gegenüber den PNN.

Investor ist der Beelitzer Bauunternehmer Thomas Schielicke, der das Brauhaus schon vor fünf Jahren von der Gemeinde gekauft hatte. Er nannte das Hotelprojekt gegenüber den PNN „meinen Beitrag zum Konjunkturprogramm“. Das Frühstücks-Hotel im Landhausstil solle in der Drei-Sterne-Kategorie angesiedelt werden. Einige Sicherungsarbeiten waren bereits durch die Gemeinde Schwielowsee erfolgt. Früher befand sich hier der Jugendklub, der inzwischen im neuen Bürgerhaus auf der anderen Straßenseite untergekommen ist. Einer der Gründe für dessen Umzug: die massiven Auflagen des Denkmalschutzes.

Mit dem Hotel bleibe die Kubatur des denkmalgeschützten Brauhauses erhalten, alte Tür- und Fensterröffnungen würden wieder hergestellt und neu eingebaute verschlossen, sagte Architekt Hummel. Einzige äußerlich sichtbare Änderung ist ein kleiner Frühstücksraum im Eingangsbereich, der als Wintergarten an eine Mauer angefügt wird. Auch alte Innenwände könnten bestehen bleiben, die Schwarze Küche soll sichtbar bleiben und der Schornsteinschacht in ein Treppenhaus einbezogen werden.

Während im Erdgeschoss acht Hotelzimmer eingerichtet werden, sind im Dachgeschoss zwei Wohnungen geplant. „Wir sind damit den Wünschen der Schlösserstiftung und der Denkmalpflege weitgehend gefolgt“, sagte Hummel. Letzter Knackpunkt sind zwei Türen am Parkgiebel des Brauhauses, die für Fluchtwege benötigt werden. Früher waren hier nur Fenster, die aber nach unten aufgezogen werden sollen. Hummel betonte, dass die Türen in einer mittlerweile verjährten, von der Gemeinde beantragten Baugenehmigung schon mal genehmigt wurden. „Wir werden auf diese Fluchttüren bestehen müssen“, sagte Hummel.

Roland Schneider vom Landesamt für Denkmalpflege äußerte sich gestern abwartend: „Der Giebel mit zwei Glastüren ist untypisch für ein Wirtschaftsgebäude.“ Gleichwohl wolle man nach Möglichkeiten suchen, das Projekt umzusetzen. Das Brauhaus wurde 1744 erstmals erwähnt, mit dem Logierhaus und den dazwischen liegenden Stallungen bildet es den dreiseitigen Wirtschaftshof des Schlosses Caputh. Das Logierhaus gehört der Schlösserstifung, die Stallungen dem Eigentümer des Kavalierhauses, das – mitten im Schlosspark gelegen – vor sieben Jahren zum Restaurant mit Pension umgebaut wurde. Dessen Zimmerkapazitäten sind im Verhältnis zu den Tagungsräumlichkeiten zu klein. Henry Klix

Quelle

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21. November 2009 at 11:48 AM

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Vorbildlicher sozialistischer Betrieb

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(Potsdamer Neueste Nachrichten)
Von Josef Drabek
„Vorbildlicher sozialistischer Betrieb“
In Caputh gründete sich einst die erste Gärtnergenossenschaft der DDR (04.11.09)

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Schwielowsee – Seit Jahren liegt die Gewächshausbrache am Schmerberger Weg brach, jetzt soll sie mit Handel und Wohnen zum neuen Ortsteil ausgebaut werden. Auf dem zukunftsträchtigen Caputher Areal wurde DDR-Geschichte geschrieben: Die Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG) Havelobst war hier 1957 die erste ihrer Art und entwickelte sich – trotz vieler Probleme – bis 1990 recht gut. Der Obstbau hatte in Caputh eine lange Tradition, in den 30er Jahren wurden hier 150 Obstzüchter gezählt. Nach dem Krieg erhielten viele Einwohner Bodenreformland aus dem Besitz des Herrn von Willich, auch das betreffende Gelände zwischen Asternweg, Am Caputher See und Schmerberger Weg.

Mitte der 50er Jahre waren im Ort 331 Obst- und Gartenbaubetriebe mit 350 Hektar Land registriert. Am 17. Oktober 1957 gründeten sieben von ihnen die GPG Havelobst – noch bevor der Ministerrat ein Musterstatut beschlossen hatte. Die „werktätigen Gärtner“ brachten ihr Land ein, um gemeinsam zu produzieren. Im Gründungsprotokoll heißt es: „Die Mitglieder stellen sich die Aufgabe, einen vorbildlichen sozialistischen Betrieb aufzubauen und ihre ganze Kraft für die schnelle Entwicklung der Produktion einzusetzen.“

Im Ort wurde für neue Mitglieder agitiert, besonders ältere Obstzüchter verweigerten den Beitritt. Viele waren skeptisch. So schrieb die Caputher Chronistin Inge Dallorso, deren Eltern Obstbauern waren, über die ersten GPG-Mitglieder: „Sie waren keine Obstfachleute … Wie sollte das ohne Erfahrungen im Obst- und Gemüsebau funktionieren?“ Walter Krüger, späterer Brigadeleiter, erinnerte sich: „Für mich war es damals nicht so leicht, als selbständiger Gärtnereibesitzer den Weg vom Ich zum Wir zu gehen.“ Als werbewirksam erwies sich, dass die GPG die Kosten für Wasser, Strom und Gas übernahm, eine geregelte Arbeitszeit sicherte und Ferienaufenthalte ermöglichte.

Die Genossenschaft begann mit acht Hektar Ödland. Um Startkapital zu erwirtschaften, wurden 1959 rund 5000 Enten und Hühner gehalten. Im gleichen Jahr erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 16, die genossenschaftliche Fläche auf 20 Hektar. Es entstanden Bewässerungsanlagen, drei Glashäuser und 800 Quadratmeter Frühbeetkästen. Nachdem bis 1961 die Mitgliederzahl auf 61 gestiegen war, erfolgte 1968 die Fusion mit der 1958 gegründeten GPG Aufstieg Geltow zur „GPG Aufstieg Geltow-Caputh“. Sie produzierte Ende der 80er Jahre auf einer Fläche von fünf Hektar unter Glas und Folie vor allem Gurken, Tomaten, Salat und Petersilie, Edelnelken und Rosen. 1976 bildete sie mit GPGen und Volkseigenen Gütern in Alttöplitz, Derwitz, Potsdam und Werder sowie der Absatzorganisation „Potsdamer Blumen“ die Zwischenbetriebliche Einrichtung „ZBE Gewächshauswirtschaft Werder“, ab 1985 LPG, die bis zu 30 Geschäfte belieferte.

Während der GPG-Jahre änderte sich auch manche Flächennutzung: Auf dem Gelände der Geflügelzucht am Schmerberger Weg wurde ein Urlauberobjekt errichtet. Die Apfelplantage an der Michendorfer Chaussee wurde Fußballplatz. Am Schmerberger und Spitzbubenweg entstanden Bungalows, auf Bodenreformland am Weinberg und Mühlenfeld Eigenheime. Zur Wende waren im Betriebsteil Caputh 45 Leute beschäftigt – 12 davon als Heizer! Nicht zuletzt wegen des maroden Heizhauses reifte 1990 der Entschluss, die Produktion einzustellen. Am 1. August 1990 schloss Betriebsteilleiter Horst Silbernagel das Areal zu. Die Treuhand übernahm das Bodenreformland. Die Potsdamer Blumen e.G. in Geltow hat als früherer Partner die Wende überstanden.

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4. November 2009 at 1:34 PM

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Gemeinde räumt Netto Hürden aus dem Weg Discounterneubau in Caputh ohne Bebauungsplan

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(Potsdamer Neueste Nachrichten)

Schwielowsee – Schwielowsees Gemeindevertreter unterstützen die Pläne eines Investors, schnell einen Netto-Markt in Caputh zu errichten. Um den Bau zu beschleunigen, sollen die Beteiligungsmöglichkeiten im Bauantragsverfahren massiv eingeschränkt werden. Statt mit einem Bebauungsplanverfahren will der Investor den Discounterbau mittels einfachem Bauantrag bewilligt bekommen. Mit großer Mehrheit befürwortete die Gemeindevertretung am Mittwochabend diese Verfahrensweise. Die Bauaufsicht hatte bereits im Vorfeld signalisiert, dass das Projekt trotz seiner Größe auch ohne Bebauungsplanverfahren möglich sei – wenn die Gemeinde einverstanden ist.

Nach Plänen der Hamburger Concept Immobilien GmbH soll der Markt bereits im kommenden Jahr stehen. Allein der Abschluss eines B-Planverfahrens dauert dagegen zwei bis zweieinhalb Jahre, wie es hieß. Der Discounter gilt als erster Schritt bei der Entwicklung der Gewächshausbrache am Schmerberger Weg mit Handel und Wohnen. Für die weiteren Projekte soll ein Bebauungsplan folgen.

Gemeindevertretung und Ortsbeirat hatten zuvor Mitspracherechte bei der architektonischen Gestaltung des Discounters durchgesetzt. Gemeindevertreter Holger Teichmann (CDU/FDP) sprach von einer „komfortablen Situation“: Die Gemeinde habe sogar mehr Möglichkeiten, an der Gestaltung mitzuwirken, als dies im B-Planverfahren der Fall gewesen wäre. Nach Gesprächen einer eigens gebildeten Arbeitsgruppe mit dem Architekten zeigte sich Teichmann zuversichtlich, dass den besonderen Ansprüchen an diesem zentralen Punkt im Ort Rechnung getragen werde. Capuths Ortsbürgermeister Jürgen Scheidereiter (BBS) betonte, dass man bereits mit dem Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan im Jahr 2007 in diesem Bereich zwei größere Handelseinrichtungen festgelegt habe. „Die Caputher Bürger wollen den Discounter.“ Auf das Ensemble von Schloss und Kirche werde der Bau keinen Einfluss haben, „er ist von dort aus gar nicht zu sehen“. Heiko Hüller (CDU/FDP) erwartet durch den Markt eine Belebung für die benachbarten Läden und Geschäfte.

Es gab aber auch Kritik: SPD-Gemeindevertreter Bernd Lietz begrüßte zwar den Bau eines Discounters. „Dies ist aber aus rechtlichen Gründen nur über ein Bebauungsplanverfahren möglich“, erklärt er mit Verweis auf den Außenbereichs-Status des Areals. Ablehnend äußerte sich auch BBS-Mann Jörg Steinbach: Der Neubau werde sich durch die zu erwartenden Klagen stärker verzögern, als dies durch ein geordnetes Bebauungsplanverfahren der Fall gewesen wäre. hkx

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16. Oktober 2009 at 7:45 AM

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Wenn Netto kommt, geht Edeka Wortmeldung im Streit um Caputher Discounter

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(Potsdamer Neueste Nachrichten)

Schwielowsee – Wenn Caputh einen Netto-Markt bekommt, wird der bestehende Edeka-Aktiv-Markt schließen. Die Edeka-Gruppe sieht keine Chancen für ein Überleben beider Einkaufsmärkte. Das sagte Andreas Laubig, Sprecher der zuständigen Regionalgesellschaft, der Edeka Minden-Hannover Holding GmbH, gestern auf PNN-Anfrage. „Es ist nicht vorstellbar, dass ein Discounter in Caputh parallel zu einem Vollsortimenter besteht“, so Laubig. „Über kurz oder lang würde der Edeka zumachen. Da muss sich das Rathaus schon entscheiden.“ Laubig bestätigte damit eine Auffassung der Blütenviertel GbR, die gegen den Netto-Markt kämpft und auf Alternativen für das Entwicklungsgebiet auf der Gewächshausbrache in der Ortsmitte setzt. Sie hatte davor gewarnt, dass sich das Einkaufssortiment für die Caputher und Fercher gerade „um Qualitätsprodukte drastisch reduzieren“ würde, wenn der Netto kommt. „Das sehen die nicht so verkehrt“, sagte Laubig. Die Versorgungslage für die 4500 Einwohner und die Urlauber sowie die Verkehrsanbindung lasse kein Überleben zweier Märkte zu. „Wir haben im benachbarten Michendorf eine Infrastruktur mit allen verdächtigen Marktteilnehmern“, stellte Laubig fest. In Caputh sei Kaufkraft fast ausschließlich über die örtliche Bevölkerung und in der Saison durch die Touristen zu generieren. Laubig räumte ein, dass der Caputher Edeka-Markt mit 400 Quadratmetern zwar „ein guter Nahversorger, aber nicht mehr ganz zeitgemäß ausgelegt“ ist. „Man könnte über eine Erweiterung nachdenken, aber unter der Prämisse eines Nettos besteht dafür keine Perspektive.“ Wie berichtet, gibt es den Antrag eines Investors, einen neuen und größeren Edeka-Markt im Caputher Gewerbegebiet anzusiedeln. Laubig wirbt offensiv, dass vieles für den Vollsortimenter spräche: „Ein Discounter reduziert sich auf das Wesentliche und definiert sich über den Preis.“ Währenddessen könnte Edeka mehr Service und Frische bieten, auch das saisonale Angebot aus der Region sei von einem Discounter nicht zu leisten, so Laubig. „Gerade der Service-Aspekt muss angesichts des sich wandelnden Altersschnittes bedacht werden.“ Laubig betonte, dass es sich bei dem in Caputh geplanten Netto nicht um den „Netto Marken-Discount“ handelt, den die Edeka-Gruppe vor drei Jahren von Spar übernommen hatte. Vielmehr gehe es um die Ansiedlung der kleineren „Netto Supermarkt GmbH & Co“ in Stavenhagen, einer Tochter der dänischen „Dansk Supermarked Gruppen“. Die Märkte unterscheiden sich sowohl im Sortiment als auch im Logo: Während die Edeka-Tochter am rot umrandeten Schriftzug erkennbar ist, hat der dänische Netto den bekannten Riesenschnauzer im Schriftzug. Am Montag um 19.30 Uhr lädt die Blütenviertel GbR zu einer Informationsveranstaltung ins Fährhaus Caputh, Straße der Einheit 88, ein, zu der Stephan Lisper von der Brandenburger Edeka-Geschäftsführung und Hubertus Eilers vom Bund Deutscher Architekten erwartet werden. Sie hatte sich ins Gespräch gebracht, um die Gewächshausbrache mit Bürgerbeteiligung zur Ökosiedlung zu entwickeln. Henry Klix

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26. September 2009 at 4:05 PM

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Gemeinde kann Caputher See haben

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(Potsdamer Neueste Nachrichten)

Bürgermeisterin Hoppe von Kaufangebot der BVVG überrascht / Größter Kostenfaktor wäre Seesanierung
Schwielowsee – Hoffnung für den Caputher See: Die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) hat den stillen Waldsee am Ortsrand von Caputh der Gemeinde Schwielowsee zum Kauf angeboten. Auch ein Kaufvertragsentwurf für das westliche Ufergrundstück wurde dem Rathaus diese Woche zugestellt. Damit macht die BVVG ein Versprechen vom August wahr, die Seeprivatisierung nach mehreren Konfliktfällen im Land vorerst zu stoppen und die Wasserflächen vorrangig den Kommunen anzubieten. „Wir haben der Gemeinde einen etappenweisen Ankauf vorgeschlagen“, so BVVG-Sprecherin Andrea Hubatschek auf PNN-Anfrage „erst das zwei Hektar große Ufergrundstück und dann den See.“ 15 000 Hektar ostdeutscher Gewässerflächen befinden sich noch im Eigentum der BVVG. „Dass sie immer zuerst den Gemeinden angeboten werden, ist gesetzt“, sagte Hubatschek.

Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) zeigte sich vom Kaufangebot „etwas überrascht“ . Die Gemeinde habe bereits vor Jahren eine Kaufanfrage an die BVVG geschickt. „Wir haben immer wieder nachgefragt, es gab nie eine Reaktion.“ Vielmehr wurde der See vor drei Jahren sogar ausgeschrieben, allerdings erfolglos. Zwischenzeitlich habe die Gemeinde versucht, wenigstens den Wanderweg am See durch einen Gestattungsvertrag zu sichern. „Der Uferweg ist für mich nach wie vor der wichtigste Punkt“, so Hoppe. Sie kündigte an, die Vertragsentwürfe im Gemeinderat zu diskutieren und genau zu prüfen.

Der Seeankauf sei zwar noch zu finanzieren. Allerdings müssten auch die Kosten der Seesanierung beraten werden: Ein zehn Jahre altes Gutachten des Neuseddiner Instituts für angewandte Gewässerökologie hatte laut Hoppe Sanierungskosten von 550 000 bis 750 000 Euro ergeben. In der DDR wurden durch das Grundwassergefälle Fäkalien von einem benachbarten Lagerbecken eingeleitet: Der See ist mit Phosphat- und Stickstoffverbindungen angereichert, die das Algenwachstum befördern – auch wenn es sich nicht um die unschönen Havel-Grünalgen handelt. Der Fischbesatz im Caputher See ist unausgewogen, die Nahrungskette gestört – auch wegen der vor Jahren eingesetzten Amurkarpfen, die den See an sich reinigen sollten. Das Öko-Institut hatte unter anderem vorgeschlagen, das Tiefenwasser teils in die Havel abzupumpen und andernteils in einer Filteranlage am Ufer zu reinigen und wieder einzuleiten.

Ortsbürgermeister Jürgen Scheidereiter (BBS), selbst Umweltfachmann, fürchtet, dass ein neues Gutachten notwendig sein wird. „Mit der vorgeschlagenen Art der Sanierung war das Landesumweltamt damals nicht zufrieden.“ Grundsätzlich begrüße er das Kaufangebot der BVVG. „Das sollte auf gar keinen Fall in der Schublade verschwinden.“ Es wäre ein „großer Erfolg“, wenn See und Uferweg auf Dauer für die Öffentlichkeit gesichert werden könnten, so Scheidereiter. Um die Seesanierung anzupacken, sei schon seit einiger Zeit die Gründung eines Fördervereins geplant, in dem „Wissen und Kompetenzen“ konzentriert werden könnten.

In einer anderen Sache gab es gestern bereits Entwarnung: Nachdem Dutzende Bäume am Seeufer, darunter 200 Jahre alte Eichen, in den vergangenen Wochen mit Farbkreuzen gekennzeichnet wurden, meldeten sich Caputher bei den PNN, die einen „Kahlschlag“ befürchteten. Laut BVVG-Sprecherin Hubatschek soll ab nächster Woche lediglich Totholz ausgeästet werden, damit sich niemand an abstürzenden Ästen verletzt. Hubatschek: „Es geht allein um die Verkehrssicherungspflicht.“ Henry Klix

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25. September 2009 at 11:47 AM

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Landschaftliche Appetithäppchen

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(Potsdamer Neueste Nachrichten)

Barocke Spuren: Entdeckungen beim Gartenfest im Schlosspark Caputh

Caputh – Herrschaftliche Kutschen rollten einst über die Lindenstraße bis vor das Schloss Caputh. „Diese Allee, die bis in den Park hineinführte, bildete im Dunstkreis des barocken Schlosses das Willkommen für die Gäste“, erzählte Gerd Schurig gestern rund 50 Besuchern, die sich von ihm durch den sonnendurchfluteten Schlosspark führen ließen. Eingeladen hatte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zu einem Gartenfest für die ganze Familie in den kurfürstlich-königlichen Landsitz an der Havel. Schon vom Tor aus, etwas verdeckt durch Bäume, ist der Barockbau zu sehen. Zu diesem Ziel führen zwei geschwungene Wege, ein typischer Verweis auf den preußischen Gartenkünstler und Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné. Charakteristisch sind für seine Landschaftsgestaltungen die vielfältigen Sichtachsen, mit denen Park und Bauwerke wirkungsvoll in Szene gesetzt werden. Der Blick vom Schloss zeigt eine Parkanlage mit verschlungenen Wegen, die in Schleifen verlaufen und die Form eines Kleeblattes bilden.

Schon im 16. Jahrhundert ließ Kurfürstin Katharina den Garten ihrer Sommerresidenz als Musterwirtschaft mit Gutshof, Karpfenteich, Obstgarten und Weinberg anlegen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Schloss und Garten zerstört. Der kurfürstliche Quartiermeister Philip de la Chieze baute das Schloss und den terrassierten barocken Garten wieder auf. 1820 kam das Kavalierhaus hinzu und nach Plänen Lennés wurde der Garten umgestaltet. Barocke Formen sind daher im Park nicht mehr zu finden, nur im Bereich der Schlossterrasse lassen sich noch Spuren von Mosaiken aus Findlingen und Ziegeln erkennen. Verschwunden ist auch eine Mauer, auf der einst 72 Skulpturen standen. Auf der Terrasse erleben Besucher den sogenannten „Regentenblick“ auf den Templiner See, über den weiße Segelzipfel schweben, umrahmt von Baumgrün. Im Uferbereich des Gartens stehen noch einige Baumveteranen, die aus der Barockzeit stammen. Darunter Linden und Pyramidenpappeln mit der typischen kegelförmigen Krone. Ihre durchschnittliche Wuchshöhe beträgt 30 Meter, ebenso lang sind ihre flachen Wurzeln. Es sei mühsam gewesen den alten Baumbestand zu retten, berichtete Schurig, der als Kustos für Gartendenkmalpflege seit 1994 an der Wiederherstellung der Anlage mitwirkte. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg verwilderte der Park zunehmend. Und als ein Teltower Werk für Elektronik Ende der 1980er Jahre auf dem Areal ein Tagungszentrum errichten wollte, nahmen die Bauleute wenig Rücksicht auf Bäume. Da wurden Nägel in Stämme eingeschlagen und Baumaterial im Wurzelbereich gelagert. Als 1994 die Stiftung Schloss und Park übernahm, mussten erst einmal die Wunden an den Bäumen behandelt werden. „Wir haben hier richtig Baumchirurgie betrieben“, sagt Schurig. Zuerst entfernten er und seine Kollegen die festgenagelten Hütten und glätteten Wundränder. Boden wurde ausgetauscht, Dünger verabreicht und regelmäßig gewässert.

Mühe bereitete es auch, die alten Wege zu finden. Manchmal halfen nur archäologische Suchgrabungen weiter. Als endlich das Wegenetz erkennbar war, ließ dieses Gerüst auch Rückschlüsse auf die markanten Stellen zu, an denen seinerzeit Sitzbänke standen. Neben dem Eingang an der linken Uferbucht steht jetzt eine Bank, von der Besucher fächerartig die Landschaft erleben können mit Blick auf Wasser, Kavalierhaus, Schloss und Obstwiese. Schurig nennt sie „Appetithäppchen, die zum Spazieren einladen“. Auf den Geschmack kamen einige Besucher auch beim Naschen auf der Obstwiese. Eine Entdeckung war die Kornellkirsche, ein „Fitmacher“, der im Frühjahr gelb blüht, ohne Blätter.

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21. September 2009 at 12:32 PM

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„Ansprechende Architektur“

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(Potsdamer Neueste Nachrichten)

Caputher Ortsbeirat stellt Bedingungen für Netto
Schwielowsee – Beim Neubau des Nettomarktes in Caputh hat sich der Ortsbeirat weitgehende Mitspracherechte gesichert: Eine Zustimmung für das Projekt werde nur erfolgen, wenn die Neubaupläne „zweifelsfrei einer ansprechenden Architektur entsprechen“, heißt es in einem Beschluss, der in einer Sondersitzung am Donnerstagabend gefasst wurde. Eine Arbeitsgruppe des Ortsbeirates und des Bauausschusses soll mit dem Investor, der Concept Immobilien GmbH aus Hamburg, einen entsprechenden „Plan mit Ansichten und Lageplan“ für den Markt erarbeiten. Etliche Bürger hatten an der Sondersitzung teilgenommen und einen schnellen Bau des Discounters gefordert. Der Investor benötigt das Wohlwollen der Gemeinde, um den Markt ohne Bebauungsplanverfahren bauen zu können. Nur mit einem positiven Votum der Ortspolitiker ist die Bauaufsicht in Belzig bereit, den Neubau ohne das langwierige Planverfahren zu genehmigen. Später soll der Netto durch weitere Läden ergänzt werden, im Hinterland sollen 35 Wohnhäuser entstehen – alles mit Bebauungsplan. Der Netto soll – als Initialzündung – herausgelöst und vorgezogen werden. hkx

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19. September 2009 at 12:36 PM

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